Montag, 9. Juni 2008

Mööööh...

Mir is grad gar nicht nach dem grauen Kleid...*snief*

Drum beschäftge ich mich mal mit ganz was anderem :oD

Hanbok - Die Unterwäsche

Hanbok-Unterwäsche besteht generell aus 4 Bestandteilen:

1. Unterhemd/Leibchen

Die moderne Variante sieht aus wie ein ärmelloses Empirekleidchen, das vorne oder hinten geschlossen wird.
Da ich aber einen mehr oder minder historischen Hanbok nähen möchte, werde ich auch eine andere Variante des Unterhemds machen. Das historische Unterhemd ist eigentlich in der gleichen Form gebaut, wie moderne Chimas (die Oberröcke), und zwar als Wickelkleid mit schmalen Trägern.

2. Unterhose

Unter modernen Hanboks tragen Frauen heutzutage eigentlich ihre moderne Unterwäsche. Aus oben angeführten Gründen werde ich mir aber einen altmodischen Sok-ot (lange Unterhose, nicht unähnlich der viktorianischen Unaussprechlichen ;o) ) machen.

3. Strümpfe

Buhsuhn sind ganz charakteristische zweiteilige Strümpfe aus feiner weißer Baumwolle mit hochgezogener Spitze und Mittelnaht. Da gibts nichts weiter zu sagen :o)

4. Unterröcke

Um dem Hanbok die ausgestellte Form zu geben, wurden früher viele Unterröcke getragen. Mir gefällt die moderne Variante mit den A-linienförmigen Reifröcken so gar nicht...*gnarf* Ich rechne mal mit zwei Lagen, die ich in einem Brustband einnähen werde (ob das historisch war oder nicht, kann ich leider nicht sagen, da ich bisher keine wirklich detaillierten Beschreibungen gefunden habe). Diese Methode habe ich mir aus der Viktorianik abgeschaut (pssssst).

Zusätzlich zu diesen vier gängigen Bestandteilen traditioneller Hanbok-Unterwäsche wurde manchmal auch ein separates Brustband (Jolitmal) getragen. Das Jolitmal ist ein rechteckiges Stück Stoff mit Bändern, das um die Brust geschlugen werden kann und so notwendigen Halt gibt. Ob das eine modische Erscheinung war oder sogar etwas, das nur von den Gisaeng (die koreanische Variante der Geishas) getragen wurde, konnte ich bisher nicht herausfinden.

Normalerweise wird unter dem Jäckchen (Juhgori) noch ein weiteres Jäckchen gleichen Schnitts aus einem leichten Material getragen, um das eigentliche Juhgori zu schützen, allerdings scheiden sich hier die Geister, ob nur um Sommer (die feinen Stoffe sind oft auch durchscheinend bzw sollten vor Schweiß und Schmutz geschützt werden), oder generelle Praxis.

Stoffe:

Das Faszinierende an Hanboks sind die vielfältigen Stoffe, die verwendet werden können. Für historische Unterwäsche von Hanboks der Choseun-Dynastie gehen zum Beispiel: Seide, Baumwolle, Leinen, Ramie und Hanf sowie die Mischgewebe aus diesen Grundbestandteilen.

Farben:

Die Unterwäsche ist generell weiß bzw naturfarben. Für meinen "Alltagshanbok" verwende ich ein mittelfeines naturfarbenes Leinen, sowohl für das "Hemdchen" als auch den Sok-ot. In meiner Literatur habe ich den Hinweis gefunden, daß gerade BW als Material für die "unteren" Stände der Gesellschaft authentisch ist, da in der Choseun-Dynastie der Anbau von BW verstärkt betrieben wurde. Aber ich möchte mir meine gute BW doch für den feineren Festtagshanbok aufheben ;o)

Und ganz traditionell werde ich den Hanbok gänzlich von Hand nähen :o)